Die Individualpsychologie betont die Einmaligkeit der Person. Nach Adler ist der Mensch von Geburt an ein soziales Wesen. Ziel eines jeden Individuums ist demnach das Streben nach Überlegenheit (angeboren) und im positiven Sinne nach Selbstverwirklichung. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, dieses Ziel zu erreichen. Adler bezeichnet dies als den Lebensstil des Individuums. Zugleich sieht er den Menschen als ein von Natur aus soziales Wesen, das die Unterstützung durch die Gemeinschaft braucht, das isoliert nicht lebensfähig ist. Ein nicht entwickeltes Gemeinschaftsgefühl und eine fehlende Verortung in einem sozialen Netz wirken sich negativ auf die seelische Gesundheit aus. Wir, das Team der Deakad, Deutsche Akademie für Konfliktlösung und gesellschaftliche Integration, befinden diesen Aspekt für sehr zeitgemäß.
Die Systemische Therapie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt und betrachtet den Menschen als Teil eines Systems. Alle Personen in einem System hängen unmittelbar miteinander zusammen, beispielsweise in einer Familie, im Freundeskreis und unter KollegInnen. Auch Institutionen können hierzugehören. Veränderungen in einem System wirken sich daher auf alle Mitglieder aus. Gestörte Beziehungen oder ungünstige Kommunikationsmuster innerhalb des Systems können die psychische Gesundheit einzelner Mitglieder beeinträchtigen. Zentrales Konzept der Systemischen Therapie ist es, Probleme nicht als Störung eines einzelnen Menschen zu begreifen, sondern als Folge einer Störung im sozialen Umfeld des Individuums – also des Systems mit seinen Wechselwirkungen. Die Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Systemmitglieder interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind.
Die Systemische Therapie konzentriert sich überwiegend auf ein ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten, das ‘zirkuläre’ Wechselwirkungen zwischen den Beteiligten und ihrer Umwelt besonders beachtet. Tiefenpsychologische Therapie fokussiert hingegen vor allem unbewusste Psycho-Logik und Dynamiken. Sie betrachtet auch individuelle (noch) verborgene Konflikte, Ängste, Wünsche, Abwehrmechanismen und Phantasien. Hierzu gehört auch das Thema der Übertragung, die unbewusste Projektion von Erwartungen oder alten Gefühlen auf neue Bezugspersonen. Die Deakad, Deutsche Akademie für Konfliktlösung und gesellschaftliche Integration, und ihr Mitarbeiterteam, erachten es für sehr sinnvoll, beide Ansätze zu verbinden.
Die Weiterbildung „Systemisch-integrative Einzel- und Familientherapie“ ist vom Deutschen Fachverband für Sozialtherapie (DFS e.V.) anerkannt.
Nächster Starttermin: 26.11.2024